Zum Tierwohle

Das Tierwohl rückt stärker in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte. Man kann vermuten, dass dies mit den Erkenntnissen der letzten Zeit zu tun hat, wie eng im Ökosystem die Lebensbedingungen von Tier und Mensch zusammenhängen: Viren springen so einfach vom Tier auf den Menschen über, sog. Zoonosen entstehen – lange nichts mehr vom Übersprung der Vogelgrippe auf Menschen in Russland gehört. Desweiteren kann der massenhafte Gebrauch verschiedenster Antibiotika über die Nahrungskette unerwünschte Bakterien-Resistenzen auch beim Menschen zur Folge haben. Ein Zeichen für die besonders Sprengkraft dieses Themas ist es, dass sich sogar das Bundeslandwirtschaftsministerium dieses Themas angenommen hat und prüfen ließ, wie sich Steuerungsmaßnahmen hin zu einer anderen Form der industriellen Tierhaltung durch Umlagen zugunsten der Tierwirtschaft finanzieren lassen. Als vereinbar mit dem EU-Recht erwies sich ausweislich dieses kürzlich vorgestellten Gutachtens nur ein mit der Einkommenssteuer gekoppelter Solidaritätszuschlag, der Tierwohl-Soli. Einziger erkannbarer Pferdefuß einer solchen Lösung ist, dass auch Vegetarier und Veganerinnen diese Maßnahmen mit ihrem sauer verdienten Geld mitfinanzieren müssen. Darum heißt es auch: Soli, denn dieses Kurzwort kommt von “Solidarität”.